WG

Wirtschaftsgymnasium 

1. Bildungsziel: 

Das Wirtschaftsgymnasium vermittelt die Allgemeine Hochschulreife. Diese bietet uneingeschränkt die Möglichkeit, an allen deutschen Universitäten, Hochschulen, Fachhochschulen und Dualen Hochschulen sämtliche Fächer zu studieren. Auf der Grundlage einer intensiven Allgemeinbildung führt die vertiefte ökonomische Bildung die Schülerinnen und Schüler zur Studierfähigkeit und bereitet sie auf anspruchsvolle berufliche Tätigkeiten und Führungspositionen in Wirtschaft und Verwaltung vor.
Am Wirtschaftsgymnasium werden all jene Inhalte vermittelt, die die Schüler auf ein Studium oder auch für eine Tätigkeit - ohne Studium - in allen Bereichen von Wirtschaft, Verwaltung oder Dienstleistung vorbereiten. Das Wirtschaftsgymnasium am BSZ Stockach gibt es mit dem Profil "Wirtschaft" (WGW), seit dem Schuljahr 2015/16 zusätzlich mit dem Profil  „Internationale Wirtschaft" (WGI).
Schüler, die das Wirtschaftsgymnasium nach der Jahrgangsstufe 1 verlassen, können beim Erreichen einer bestimmten Mindestqualifikation den schulischen Teil der Fachhochschulreife erhalten. 

2. Aufnahmebedingungen: 

Voraussetzung für die Aufnahme in die Eingangsklasse der beruflichen Gymnasien der dreijährigen Aufbauform aller Richtungen ist

  1. der Realschulabschluss oder der am Ende der Klasse 10 an der Werkrealschule erworbene, dem Realschulabschluss gleichwertige Bildungsstand oder die Fachschulreife, wobei ein Durchschnitt von mindestens 3,0 aus den Noten der Fächer Deutsch, Mathematik sowie der am aufnehmenden Beruflichen Gymnasium weiterzuführenden ersten Pflichtfremdsprache (Englisch oder Französisch) und in jedem dieser Fächer mindestens die Note "ausreichend" erreicht sein müssen, oder
     
  2. das Versetzungszeugnis in die Klasse 10 oder in die Jahrgangsstufe 11 eines Gymnasiums des achtjährigen Bildungsgangs, in die Klasse 11 eines Gymnasiums des neunjährigen Bildungsgangs oder die Übergangsmöglichkeit in die Klasse 10 des achtjährigen oder in die Klasse 11 des neunjährigen Bildungsgangs nach § 3 Abs. 3 Satz 1 der Versetzungsordnung Gymnasien. 

3. Anmeldung und Auswahlverfahren: 

Die Anmeldung erfolgt zentral per Online-Verfahren. Bitte beachten Sie hierzu den geltenden Anmeldetermine. Nähere Informationen finden Sie hier.
Wenn nicht alle Bewerber, die die Aufnahmevoraussetzungen erfüllen, in das Wirtschaftsgymnasium aufgenommen werden können, findet nach den geltenden Bestimmungen ein Auswahlverfahren statt (siehe geltende Aufnahmeverordnung für die beruflichen Gymnasien). 

4. Unsere Profile: 

Das Profilfach Volks- und Betriebswirtschaftslehre ist das maßgebliche Fach am Wirtschaftsgymnasium und wird vertieft unterrichtet. Es besteht aus den Bereichen Betriebswirtschaftslehre mit wirtschaftlichem Rechnungswesen und Volkswirtschaftslehre und wird 6 Stunden in der Woche unterrichtet.
Ziele und Inhalte dieses Faches werden von Situationen und Problemen der Volkswirtschaft und der kaufmännischen Berufswelt aus der Sicht von privaten Unternehmen, Arbeitnehmern und Haushalten abgeleitet.
In der Betriebswirtschaftslehre wird auf Prozesse und Entscheidungsfindungen in Unternehmen eingegangen. Rechtliche Probleme sind mit Gesetzestexten (z. B. BGB und HGB) zu lösen. Ergebnisse des Rechnungswesens bzw. des Controllings sind als Entscheidungshilfe heranzuziehen.
Betrachtungsgegenstand der Volkswirtschaftslehre sind die möglichen Wirtschaftsordnungen, Wirtschaftskreisläufe und die damit verbundenen wirtschaftspolitischen Maßnahmen und Entscheidungen zur Steuerung einer Volkswirtschaft. Einen Schwerpunkt bildet die soziale Marktwirtschaft. 

  • Im Profil Wirtschaft wird das Fach Volks- und Betriebswirtschaftslehre ergänzt durch die Fächer Informatik, Textverarbeitung/Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens und Global Studies. In Jahrgangsstufe 1 vermittelt der Seminarkurs tiefere Einblicke in das wissenschaftliche Arbeiten. Die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, in diesen Fächern wichtige Kompetenzen im Bereich Recherche, Analyse, Dokumentation und Präsentation zu erlernen. 
  • Das Profil Internationale Wirtschaft trägt der zunehmenden Internationalisierung und Globalisierung unserer Gesellschaft und wirtschaftlicher Prozesse Rechnung. In Ausbildung, Studium und Beruf kommt der Beherrschung und Anwendung der englischen Sprache vor dem Hintergrund der zunehmend vernetzten Welt eine zentrale Rolle zu. Das internationale Profil richtet sich vor allem an sprachbegabte und – interessierte Schülerinnen und Schüler. Sie erhalten die Chance, zusätzlich zum Profil Wirtschaft sprachliche und interkulturelle Kompetenzen aufzubauen. Die besondere Bedeutung der englischen Sprache als Konferenz- und Verhandlungssprache wird in diesem Profil berücksichtigt. 

    Profilfach ist das Fach Internationale Volks- und Betriebswirtschaftslehre, das zum Teil bilingual unterrichtet wird (ca. 1/3 der Unterrichtszeit). Die Inhalte sind zu 2/3 deckungsgleich mit denen des Profilfachs Volks- und Betriebswirtschaftslehre und werden durch Themen aus dem Bereich der internationalen Wirtschaft ergänzt. 

    Als Wahlpflichtfach ist je nach Angebot mit Beginn der Eingangsklasse Internationale Geschäftskommunikation bzw. Global Studies zu belegen; in den Jahrgangsstufen 1 und 2 muss das Fach Ökonomische Studien pflichtmäßig besucht werden. In diesen Fächern findet der Unterricht weitgehend in Englisch statt. Zur Stärkung der Fremdsprachenkompetenz ist die Belegung einer zweiten Fremdsprache vorgesehen.

Der allgemeine Fachbereich in den beiden Profilen deckt sich mit dem Angebot aller Gymnasien. Er umfasst die Kernbereiche moderne Fremdsprachen, alle Naturwissenschaften, Mathematik, Deutsch, Geschichte mit Gemeinschaftskunde und Religion bzw. Ethik.
 
Die Fächer Literatur, Theater und Juniorfirma sowie die Teilnahme an Arbeitsgemeinschaften und Projekten wie unserem Schulradio RADIOACTIVE, der Schulband oder SchulArt (Literatur, Kunst und Musik) ergänzen das Angebot am BSZ Stockach ab. 

Das vielfältige Unterrichtsangebot wird durch verschiedene außerunterrichtliche Aktivitäten und den Erwerb zusätzlicher Kompetenzen und Zertifikate ergänzt, so zum Beispiel 

  • Studienreisen zu internationalen Zielen (zuletzt nach London, Santiago de Compostela oder Amsterdam)
  • Sprachreisen insbesondere zur Förderung der Fremdsprachenkompetenz in Französisch und Spanisch (zum Beispiel nach Barcelona, Paris oder Marseille).
  • Betriebsbesichtigungen und Exkursionen (zum Beispiel zum startup-Center des RIZ in Radolfzell)
  • Erwerb des KMK-Sprachzertifikats in Englisch oder Französisch (Niveau I (A2), II (B1) oder III (B2)
  • Planspiel Börse und Teilnahme an Seminaren der Sparkasse Hegau-Bodensee 

5. Beratung: 

Auf dem Weg der persönlichen Karriereplanung hin zu einem passenden Studium oder einer geeigneten Ausbildung besteht seitens der Schülerinnen und Schüler ein  hoher Informations- und Beratungsbedarf. Mithilfe verschiedener Bausteine werden sie an unserer Schule gezielt unterstützt:

  • Kennenlern- und Methodentage: zu Beginn der Eingangsklasse führen die Schülerinnen und Schüler ein Team- und Methodentraining mit dem Ziel durch, sich besser kennenzulernen, das harmonische und fruchtbare Klassenklima zu stärken sowie bedeutsame Methoden zu erlernen und erfahren
  • Oberstufenberatung: Informationsveranstaltungen und Einzelberatungen unterstützen bei der Wahl von Kursen und Prüfungsfächern.
  • Berufsorientierung am schuleigenen Karrieretag: die Schülerinnen und Schüler interviewen Vertreter von Unternehmen, Hochschulen und anderen schulischen und beruflichen Einrichtungen und dokumentieren den aktuellen Stand ihrer persönlichen Karriereplanung. Sie besuchen Schnupper-Vorlesungen im Rahmen des angebotenen Hochschulprogramms und erhalten wertvolle Tipps von Studentinnen und Studenten verschiedener Hochschulen der Region.
  • Studieninformationstage und Schnupperstudium: die Schülerinnen und Schüler nehmen im Klassenverband oder auf Nachfrage auch individuell an (zentralen) Studieninformationstagen an Hochschulen teil oder absolvieren ein Schnupperstudium.
  • Berufs- und Karriereberatung durch externe Berater: bei der Berufs- oder Studienwahl erhalten Schülerinnen und Schüler wertvolle Informationen von Referenten einzelner Unternehmen oder Behörden, zum Beispiel der Bundesagentur für Arbeit. 

6. Besonderheiten am Wirtschaftsgymnasium des BSZ Stockach: 

Der Besuch des Wirtschaftsgymnasiums schließt sich an den Erwerb des Realschlussabschlusses bzw. eines gleichwertigen Bildungsstands an und bereitet während der dreijährigen Oberstufe auf eine Berufsausbildung und/oder ein Studium vor. Um die beiden Übergänge für die Schülerinnen und Schüler möglichst reibungslos zu gestalten, steht unsere Schule im engen Austausch mit den zuführenden Schulen sowie den Hochschulen der Region.

Kooperation mit dem Schulverbund Nellenburg in Stockach und der Gemeinschaftsschule Eigeltingen

Bereiche und Maßnahmen der Zusammenarbeit:

  • Information über die Schularten des BSZ Stockach am Forum Realschule (Informationsabend für Schüler der Klassen 9 und 10)
  • Regelmäßiger Informationsaustausch zwischen den beteiligten Schulleitungen Stärkung der Kernfächer Mathematik und Englisch im Wirtschaftsgymnasium: Gemeinsamer fachlicher Austausch zur Abstimmung der Curricula (z. B. im 2. Halbjahr der Klasse 10 in den Fächern Englisch und Mathematik)  Wiederholung von wichtigen grammatischen Strukturen in Englisch und von wichtigen mathematischen Themen, die in der Eingangsklasse des Wirtschaftsgymnasiums vorausgesetzt werden (siehe „Englisch-Brücke“)
  • Vereinbarung eines „Ferienlernplanes“ für die Schüler mit Aufgaben zur Vorbereitung auf die Kernfächer Mathematik und Englisch in der unterrichtsfreien Zeit (Stärkung von elementar wichtigen Kenntnissen und Strukturen)
  • Vereinbarung über gegenseitige Hospitation der Lehrkräfte vor allem in den Kernfächern Deutsch, Englisch und Mathematik
  • Schülerinnen und Schüler des Schulverbundes besuchen einzelne Kurse am BSZ, z. B. den Kurs „Global Studies“ im Wirtschaftsgymnasium Profil „Internationale Wirtschaft“
  • Gemeinsame Schülerprojekte (z. B. Sponsorenlauf) 

​Besonderheit der Zusammenarbeit: die „Englisch-Brücke“ zum WG
Die Schülerinnen und Schüler erwerben beim mittleren Bildungsabschluss die Sprachkompetenz B1 des Europäischen Referenzrahmens und sind damit in der Lage, die englische Sprache selbstständig in vertrauten Themenbereichen und persönlichen Interessengebieten zu verwenden. Im Wirtschaftsgymnasium wird das gewohnte Terrain der Alltagssprache verlassen und der Fokus liegt zunehmend in folgenden Bereichen:

  • Erwerb von Wissen über englischsprachige Länder, deren Politik- und Wirtschaftssystem, über Wissenschaft  und Technik
  • Kritische Auseinandersetzung mit authentischen Texten
  • Eigenständiges Verfassen von Aufsätzen
  • Erarbeitung von GFS unter Beachtung der Regeln wissenschaftlichen Arbeitens (u.a. Zitierweise, Kreativität)

Die Grammatik nimmt im Lehrplan des Wirtschaftsgymnasiums wenig Raum ein. Vorhandene grammatische Kompetenzen werden weiterentwickelt und die Schülerinnen und Schüler setzen die Strukturen zur Formulierung von komplexeren und differenzierteren Aussagen ein. Diese Situation macht deutlich, wie bedeutsam die grammatikalischen Strukturen für den weiteren Spracherwerb sind. Die oben beschriebenen Maßnahmen sollen mögliche Lücken und Startschwierigkeiten am BSZ Stockach minimieren. 

Kooperation mit Hochschulen

Bereiche und Maßnahmen der Zusammenarbeit:

  • Studieninformationstage: Schülerinnen und Schüler der JGS 1 und 2 nehmen an den zentralen Studieninformationstagen der Universität Konstanz sowie der HTWG Konstanz teil. Darüber hinaus werden sie für die Teilnahme an individuellen Informationsveranstaltungen von Hochschulen (z. B. der Dualen Hochschule Villingen-Schwenningen oder der Hochschule Albstadt-Sigmaringen) freigestellt.
  • Tag der offenen Tür für Lehrer und Schüler: Hochschulen wie die HFU bieten am Hochschulcampus Tuttlingen „Tage der offenen Tür“, um das Hochschulgelände und das Studienangebot kennen zu lernen sowie Fachvorträgen beizuwohnen.
  • Schnupperstudium: Schülerinnen und Schüler werden auf Wunsch für ein in der Regel 1-wöchiges oder mehrtägiges Schnupperstudium an einer der Hochschulen freigestellt.
  • Hochschulen beim Karrieretag: Der Karrieretag bietet Entscheidungshilfen für angehende Studenten. Unsere Schülerinnen und Schüler interviewen an diesem Tag  Vertreter von Hochschulen an den Ausstellungsständen und erstellen ein erstes eigenes berufliches Profil, das neben möglichen Ausbildungen bzw. Ausbildungsbetrieben auch bestimmte Hochschulen und Studiengänge anvisiert (siehe auch Karrieretag).
  • Hochschulprogramm – Vorlesungen, Kurzvorträge und Tipps zum Studium am Karrieretag: Neben den Ausstellungsständen bieten ausgewählte Hochschulen auch ein Informationsprogramm an: Fachvorlesungen und Kurzvorträge durch Professoren kaufmännischer und technischer Fachbereiche, Informationen und Tipps zum Studium von Studenten für interessierte Schüler.    
  • Betreuung von Praktikanten und studentischen Forschungsarbeiten 
  • Kooperation mit der Binational School of Education (BiSE) der Universität Konstanz und der PH Thurgau im Bereich der Lehrerausbildung und der Bildungsforschung in der deutsch-schweizerischen Grenzregion

Eine Liste der kooperierenden Hochschulen finden Sie unter www.karrieretag-stockach.de